In drei Stufen zur Transparenz

 

Eine Flut an Informationen macht private Altersvorsorgeprodukte recht undurchschaubar. Nun führte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag des Bundesfinanzministeriums eine Studie zur Markttransparenz durch. Ziel sind kundenfreundlichere Produkte.

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Die meisten Verbraucher kämpfen mit Schwierigkeiten beim Qualitäts- und Kostenvergleich von Altersvorsorgeverträgen. Schuld daran sind komplizierte Kostenstrukturen, die Komplexität vieler Produkte oder der über Jahrzehnte laufende Anlagehorizont. Auch die gesetzlichen Vorschriften zu mehr Verbraucherschutz helfen da nicht weiter. So sollen Produktinformationsblätter für Verständlichkeit und mehr Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Produkten sorgen. Der Verbraucher fühlt sich jedoch oftmals von der Informationsmasse erschlagen. „Verbraucherschützer und Gesetzesgeber haben die Notwendigkeit einer standarisierten Informationsverdichtung erkannt. Genauso sieht die Anbieterseite, dass mehr Transparenz dem Geschäft zuträglich ist.“, so Dr. Peter Westerheide, Leiter des Forschungsbereichs der ZEW.

In einer aktuellen Studie untersuchte die ZEW nun, inwieweit die bestehenden Informationsvorschriften den Bedürfnissen der Anleger gerecht werden, um einen übersichtlichen Vergleich zwischen den Altersvorsorgeprodukten zu ermöglichen.
Zu diesem Zweck befragte das Institut Experten von Banken, Versicherungen und Fondsanbietern. Diese begrüßten die Informationspflichten zwar grundsätzlich, betrachteten deren Umsetzung allerdings kritisch. Die Mehrheit der Befragten hielt die Informationsangaben für unzureichend transparent und sprach sich für die vereinfachte und knappe Darstellung der wesentlichen Informationen auf dem Produktinformationsblatt aus.

Das „Pyramiden-Modell“
Um die Produktinformation für private Riester- und Basisrenten verbraucherfreundlicher zu gestalten, empfiehlt das ZEW ein Drei-Ebenen-Modell. In seinem Aufbau gleicht das Modell einer Pyramide.
Die erste Ebene soll dem Versicherten Orientierung bieten. Hier finden sich die wichtigsten Informationen über Anbieter, Risiken, Kosten und Garantien. Die zweite Ebene gibt Aufschluss über die Eignung des Produkts für verschiedene Anlegergruppen. Die Einordnung basiert dabei auf den beiden Kriterien des Alters und der Risikoeinstellung. Auch findet der Verbraucher hier Informationen über die Struktur der Kapitalanlage sowie die Anlagestrategie. Auf der letzten Stufe erfolgt die Auskunft über die Entwicklung des Vermögens und der Rendite. „Während die ersten beiden Ebenen sehr standarisiert gestaltet sind, soll die dritte offen bleiben um derzeitige und zukünftige Entwicklungen des Marktes mit zu berücksichtigen“, erklärt Westerheide.
Ob und in welcher Form sich das „Pyramidenmodell“ durchsetzen wird bleibt abzuwarten. „Wir haben Rückenwind“, gibt sich Westerheide optimistisch. Die Öffentlichkeit, darunter die Anbieterseite, habe das Modell positiv aufgenommen und erkenne die Notwendigkeit von mehr Transparenz bei Anlegerprodukten.

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