Stabile Geldanlage

 

Wie sichern Anleger in unsicheren Zeiten einen stabilen Vermögensaufbau? Durch Streuung, meint Andreas Leckelt, Vorstandsvorsitzender der Larsana AG. Der Vermögensverwalter erklärt vier Entwicklungen des Finanzmarktes und zeigt, wie man sein Kapital am besten schützt.

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Vor dem Hintergrund der andauernden Finanzmarktkrise mit dem vorläufigen Höhepunkt eines 750 Milliarden Euro Rettungspakts für die südlichen Euro-Staaten fragen sich viele Anleger wie ein seriöser und stabiler Vermögensaufbau in Zukunft noch aussehen kann. Vier finanzmarktpolitische Entwicklungen sollten die Anleger verinnerlichen und ihre Portfolios entsprechend ausrichten. Dann klappt es auch in unruhigen Zeiten mit der Geldanlage.

Vier Entwicklungen, die Anleger kennen sollten:

• Jede Krise der letzten Jahrzehnte wurde durch den Einsatz von weiterem und billigem Geld an ihrer Entfaltung – der kreativen Zerstörung – gehindert, nur um die wahren Ursachen – die Überschuldung zunächst im privaten jetzt im öffentlichen Sektor – nicht angehen zu müssen.

• Staaten und Banken sind mittlerweile zu einem riesigen Haftungsklumpen verschmolzen. In Europa weisen neun Banken eine höhere Bilanzsumme auf als das BIP ihres Heimatlandes. Darunter die Credit Suisse, UBS, Nordea, Santander und BNP Paribas. Das stellt die Fähigkeit von Ländern wie der Schweiz, Spanien und Frankreich den Ausfall einer Bank zu absorbieren, grundsätzlich in Frage.

• Angetrieben durch die Politik werden die Zentralbanken auch zukünftig den Verfall der Vermögenspreise verhindern, um ungedeckte Kredite möglichst zu vermeiden, die ansonsten abgeschrieben werden müssten.

• Die staatlich zugesagten Leistungen (Renten, Pensionen, Leistungsansprüche der gesetzlich Krankenversicherten) werden in Zukunft nicht vollständig erfüllbar sein. Der politische Lösungsweg wird eine Mischung aus Umverteilung (höhere Steuern), Kürzung der Leistungen (niedrigere Renten) und Scheinerfüllung (Inflation – Der Staat begleicht seine Schuld, nur ist die Leistung real weniger Wert) sein.

Wie schützen die Anleger ihr Vermögen sinnvoll?

• Der Vermögensaufbau sollte nicht schwerpunktmäßig auf klassischen Lebensversicherungsprodukten aufbauen, denn der Deckungsstock der Lebensversicherungen besteht überwiegend aus europäischen Staatsanleihen und Anleihen von Bankinstituten.

• Aktien sollten aufgrund der damit verbundenen Schwankungen und der teilweise enttäuschenden Wertentwicklung in den vergangenen Jahren nicht als Risikoanlage schlechthin betrachtet werden. Aktien solider Unternehmen mit Preissetzungsmacht sind ein unverzichtbarer Sachwert und bieten derzeit attraktive Dividendenrenditen, die oftmals über den Mietrenditen von Immobilien in Bestlagen liegen.

• Immobilienanlagen sollten als Inflationsschutz im Anlageportfolio beigemischt sein. Aber unbedingt den Anteil von Immobilien am Gesamtportfolio auf ein vernünftiges Maß begrenzen. Immobilien weisen den erheblichen Nachteil der Immobilität und der damit verbundenen Schutzlosigkeit vor dem Zugriff eines um Einnahmen ringenden Staates auf (siehe aktuelle Erhöhung der Grundsteuer)

• Ein wesentlicher Teil der Vorsorge sollte in Unternehmensbeteiligungen und Anleihen erfolgen, deren regionaler Schwerpunkt allerdings außerhalb der westlichen Industrieländer inklusive der Eurozone liegt.

• Investitionen sollten nur in Form eines klassischen Fonds oder einer Direktanlage passieren. Vorsicht ist geboten bei ETFs, die einen Aktienindex in Form eines „Performance Swap” abbilden, oder ihre Papiere zur Steigerung der Erträge verleihen. Der Fall Lehman Brothers zeigt, dass es sehr schwierig werden kann, die ausgeliehenen Wertpapiere zurückzubekommen. Zertifikate und Aktienanleihen sollten vermieden werden. Hier handelt es sich nicht um insolvenzgeschützte Vehikel wie bei Investmentfonds sondern um Inhaberschuldverschreibungen mit dem entsprechenden Ausfallrisiko des Emittenten wie im Fall von Lehman Brothers

• Wenigstens fünf Prozent des Vermögens sollte als „Versicherung” in physischem Gold angelegt sein. Derzeit sind nur 0,8 Prozent des weltweiten Finanzvermögens in Gold, Goldaktien und Goldfonds angelegt. 1932 lag die Quote bei 20 Prozent, Anfang der Achtzigerjahre bei 26 Prozent. Ein Anstieg der Quote auf zwei Prozent würde einer Nachfrage von 85.000 Tonnen oder der Goldminenproduktion von knapp 34 Jahren entsprechen (Quelle: Erste Group Wien).

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