Edelmetalle bevorzugt
Werner J. Ullmann, Rohstoffexperte bei ERA Resources, meint, dass die Verschuldungskrise noch immer zu einer verstärkten Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen wie Gold führt. Die Entwicklung der Preise von Industriemetallen betrachtet er dagegen nur verhalten optimistisch.
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Die Verschuldungskrise der Staatshaushalte hat Edelmetallen ein beeindruckendes erstes Halbjahr 2010 beschert. Ausgehend von einem Kurs von rund 1.125 US-Dollar je Feinunze zu Jahresbeginn erreichte der Goldpreis zwischenzeitlich einen Höchststand von gut 1.260 US-Dollar. Mit einem Plus von circa 15 Prozent legte der Silberpreis sogar noch stärker zu. „Gewinnmitnahmen haben die Edelmetallpreise zu Beginn des zweiten Halbjahres zwar leicht gedrückt, aber die Preise bleiben auch in den saisonal schwachen Sommermonaten hoch“, prognostiziert Ullmann. Für den Goldpreis geht der Experte von einer Zielspanne zwischen 1.500 und 1.600 US-Dollar aus. Besonders Goldminenaktien besitzen noch eine extreme Bewertungsdiskrepanz zum Goldpreis. Hier sieht er enormes Potenzial im weiteren Jahresverlauf. „Die Flucht in Gold als sicheren Hafen wird anhalten. Zwar hat sich die Verschuldungskrise zuletzt etwas beruhigt, aber bei weitem nicht entschärft“, so Ullmann. Wenn allein Griechenland Auslöser des derzeitigen Nachfrageschubs nach Gold ist, was passiert, wenn weitaus größere Volkswirtschaften wie die USA, Japan oder Großbritannien in Finanznot kommen, gibt Ullmann zu Bedenken. In den USA sind 46 von 51 Bundesstaaten in einer ähnlichen finanziellen Situation wie Griechenland. Die Staatsverschuldung Japans liegt bei 220 Prozent, und Großbritannien signalisierte kürzlich, bei weiteren Krisen keine unterstützenden Maßnahmen für die Bankenlandschaft mehr leisten zu können.
Im Hinblick auf Industriemetalle und Energiewerte ist der Rohstoffexperte verhalten optimistisch. So nahm Kupfer, als führenden Indikator für die weltwirtschaftliche Entwicklung, im ersten Halbjahr noch eine gute Entwicklung, geriet zuletzt allerdings unter Abwärtsdruck. „Der Verkauf neuer Eigenheime in den USA ging um 30 Prozent zurück, das Konsumentenvertrauen ist eingebrochen und die Arbeitslosenquote bleibt nach wie vor hoch“, erklärt Ullmann die Entwicklung. Monetäre Stimulierungsmaßnahmen laufen demnach weitgehend ins Leere. Als Folge schwächt sich aktuell auch das Wachstum in China ab. Sowohl der breite CRB-Index als auch der Ölpreis notieren unter ihren Werten zu Jahresbeginn. „Für Basismetalle kann sich der Aufwärtstrend nur fortsetzen, wenn sich inflationäre Tendenzen am Markt durchsetzen oder die Konjunktur aus eigenen Kräften anzieht“, meint Ullmann. Der Uranpreis stieg im Juni auf 41,75 US-Dollar je Pfund. Dies sei noch keine Trendwende nach oben, könnte aber ein erster Hoffnungsschimmer sein, dass sich die seit Februar andauernde Konsolidierung bei den Metallen einem Ende neige.
Agrarrohstoffe entwickelten sich im ersten Halbjahr sehr uneinheitlich. Während der Zuckerpreis aufgrund der deutlichen Ausweitung der Anbaufläche in Indien stark einbrach, entwickelte sich der Preis für Kakao sehr gut. „Insgesamt sind die Lager verhältnismäßig schwach gefüllt. Deshalb erwarten wir für ausgewählte Soft Commodities auch im weiteren Jahresverlauf Unterstützung“, erklärt Ullmann. Bestimmte Soft Commodities, insbesondere Getreide, Weizen, Mais, Soja sowie Potash besäßen Potenzial nach oben.
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Eine Antwort zu “Edelmetalle bevorzugt”
8.07.2010 um 13:37
Die Frage ist doch, wie wahrscheinlich eine Verschärfung der aktuellen Wirtschaftskrise ist. Denn je negativer die Nachrichten werden, desto mehr wird wohl auch der Wert von Gold steigen. Für viele Experten ist Gold aufgrund seines hohen inneren Wertes der einzige Rohstoff, der als wirklich sichere Geldanlage bezeichnet werden kann. Auf 321goldundsilber.de gibt es viele weitere wichtige Informationen für jeden, der sich selbst Münzen oder Barren kaufen möchte.