Immokrise unwahrscheinlich
DB Research nahm in seiner neuesten Studie die Lage der wichtigsten Immobilienmärkte Asiens unter die Lupe. Niedrige Zinsen, ein günstiger Wirtschaftsausblick und die Konjunkturmaßnahmen der Regierungen führten zu deutlichen Preissteigerungen bei den Büro- und Wohnimmobilien. Geht dieser Aufwärtstrend zu weit?
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Anleger behalten Preisentwicklungen an Vermögensmärkten, die auf das Platzen von Hauspreisblasen hindeuten könnten, genau im Blick. So schossen in einigen städtischen Regionen Asiens die Hauspreise in relativ kurzer Zeit in die Höhe. Insbesondere der Wohnungsmarkt, im geringerem Maße auch der Bürogebäudemarkt, sind in diesen Regionen überbewertet. Diese Entwicklung birgt die Gefahr einer raschen Abwärtskorrektur der Preise. Laut DB Research sind ganz besonders die Märkte Chinas und Singapurs von der preislichen Überbewertung betroffen. Aus diesem Grund ist hier die Gefahr eines Preisrückgangs, der von den Konjunkturmaßnahmen der Regierungen weiter verstärkt wird, besonders hoch.
Zwar gehen die Autoren von DB Research, Steffen Dyck und Tobias Just, für die kommenden Quartale von Preisrückgängen insbesondere in den überhitzten städtischen Regionen aus. Die Gefahr einer erneuten ernsthaften Krise befürchten sie aber nicht. Zum einen seien die Risiken von Zahlungsausfällen an den Märkten geringer, seit Banken angewiesen wurden, die Einkommenssituation der Kreditnehmer genauer zu prüfen. Außerdem begannen zahlreiche asiatische Regierungen Ende 2009 ihre Unterstützungsmaßnahmen einzufahren. Zum anderen stützen Trends wie Urbanisierung und Bevölkerungswachstum die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt. Auf einigen asiatischen Märkten, an den indonesischen oder koreanischen Märkten für Wohnimmobilien oder den malaysischen Büromärkten, sind nicht einmal Risiken für sinkende Preise feststellbar.
Nichtsdestotrotz mahnt die Studie zur Vorsicht, da die asiatischen Märkte für Wohn- und Gewerbeimmobilien zu starken zyklischen Ausschlägen um den Aufwärtstrend herum neigen. Ein Überschießen der Preise kann leicht übersehen werden, denn die meisten Beobachter konzentrieren sich auf die Wohnungsmärkte und lassen außer Acht, dass es auch auf den Büromärkten Anzeichen für Erhitzung gibt.
