Korrupte Funktionäre frei
Einer der größten Bestechungsskandale in der Geschichte des Sports fand gegen eine Zahlung von 5,5 Millionen Schweizer Franken nun sein Ende. Hohe Funktionäre des Fußballverbandes Fifa ließen sich für Millionenbeträge schmieren. Dafür verantworten müssen sie sich aber nicht.
Foto: fotolia
Es gilt als bewiesen. Spitzenmitarbeiter der Fifa ließen sich von der Firmengruppe ISL/ISMM, einst Weltmarktführer im Sportmarketing, mit Millionensummen bestechen. Trotzdem wurden nun die Ermittlungen der Schweizer Staatsanwaltschaft für das Sümmchen von 5,5 Millionen Schweizer Franken fallen gelassen. „Wiedergutmachungszahlung“ nennt man dies in Fachkreisen. Die Fifa gibt zwar zu das Geld in Empfang genommen zu haben, verneint aber eine strafrechtliche Verantwortung. Die Namen der Funktionäre bleiben also im Dunkeln. Präsident Joseph Blatter sprach sich sicherheitshalber aber schon im Vorfeld von jeglichem Fehlverhalten frei. Die geheimen Funktionäre erklärten sich zusätzlich dazu bereit, die Kosten des fünf Jahre anhaltenden Verfahrens zu übernehmen. Woher das ganze Geld stammt – möglicherweise von den Fifa-Konten – wird aber nicht verraten.
Bevor die Firmengruppe ISL/ISMM 2001 pleite ging, gehörte es zu ihren geschäftlichen Grundsätzen sich durch Geldgeschenke lukrative TV- und Marketingverträge zu angeln. Besonders beliebt waren dabei Geschäfte zum Beispiel mit der Fifa oder dem Internationalen Olympischen Komitee. So zeigte sich 2008 in einem Strafprozess gegen sechs ehemalige Manager der ISL/ISMM-Marketinggruppe, dass 138 Millionen Franken Schmiergeld an hohe Funktionäre des olympischen Sports geflossen waren.
Nachdem die Sache mit der Fifa nun vom Tisch ist, mag die Schweizer Staatsanwaltschaft die Wörter Schmiergeld und Erpressung nicht mehr in den Mund nehmen. Man spricht jetzt von „Provisionszahlungen“.
