„Wer kann es sich schon leisten, unabhängig zu sein?“
Europäische Richtlinien, Verbraucherschutz, Anleger: Alle fordern eine unabhängige Beratung. Doch der Vermittler ist auf Backoffice- und Produktpartner angewiesen. Ein Gespräch mit Horst Kesselkaul über Unabhängigkeit von Pools, qualifizierte Beratung und was er mit seiner finmap AG anders machen möchte.
procontra: Der Beratungsmarkt verändert sich in rasantem Tempo. Sehen Sie das mit lachenden oder weinenden Augen?
Horst Kesselkaul: Ich bin seit mehr als 20 Jahren in der Finanzdienstleistung tätig – mit allen Höhen und Tiefen. Ein Aspekt zog sich jedoch wie ein roter Faden durch meine Vergangenheit: die Verantwortung für das finanzielle Wohl des Kunden und die Qualität der Beratung, die hierzu notwendig ist. Insofern tut die Qualifizierungsinitiative der Branche gut.
procontra: Machen denn qualifizierte Berater keine Fehler?
Kesselkaul: Natürlich ist niemand vor Fehlentscheidungen gefeit. Das ist jedoch nicht das Grundproblem. Die meisten Berater sind in der Wahl ihrer Produkte nicht unabhängig und müssen schauen, ob das, was sie anbieten, irgendwie zum Kunden passt. Das ist aus unserer Sicht der falsche Weg. Wenn Sie einmal neutral Bestandsaufnahme beim Kunden machen, werden Sie sehr schnell feststellen, was er eigentlich wirklich braucht.
procontra: Worin liegt denn das Kernproblem? In der Beratung oder im Backoffice, auf das ein Finanzberater zugreifen kann?
Kesselkaul: Wenn Berater bei Finanz-, Versicherungs- und Vermögensfragen die Chance hätten, die gesamte Bandbreite anbieten zu können, ohne dass ihnen jemand Vorgaben macht, würden sie das auch tun. In der Regel ist aber genau das der Preis, den sie zahlen müssen, wenn sie an einen Pool oder ein Haftungsdach angeschlossen sind – nennen wir es die eingeschränkte Unabhängigkeit. Eigentlich wünschen sich Berater aber eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit dem Kunden.
procontra: Was machen Sie denn anders?
Kesselkaul: Dazu muss man unsere Unternehmensausrichtung kennen: finmap gehört zum Verbund der Volz-Gruppe. Das seit 50 Jahren am Markt befindliche Unternehmen besitzt große IT- und Backoffice-Expertise und betreut bereits heute über 20.000 Vertriebspartner. Volz ist inhabergeführt und frei von Einflüssen Dritter und bot seine Leistungen bislang nur institutionellen Partnern an. Über finmap öffnet sich Volz nun erstmals auch für freie Finanzdienstleister, Makler und Vertriebsgesellschaften. Wir schreiben Unabhängigkeit dabei nicht nur in unsere Statuten, wir leben sie auch.
procontra: Warum sind Sie der Ansicht, dass Ihr Leistungsprofil einen Mehrwert in der Kundenberatung bringen könne?
Kesselkaul: Weil sich der Berater auf das konzentrieren kann, was wichtig ist: die Beratung und den Verkauf. Alles andere gewährleisten wir im Sinne eines All-Inclusive-Service, also die Produktauswahl mit Hilfe gängiger Vergleichsprogramme unter hundert Versicherern, über 6.000 Fonds, mehreren Bankenplattformen und einer breiten Auswahl an geschlossenen Beteiligungen. Darüber hinaus bieten wir vielfältige Online-Tools auf dem Stand der neuesten rechtlichen Belange, wie Beratungsprotokolle und Vermögens- und Versorgungsanalysen, ausgereifte Aus- und Weiterbildungsprogramme und die Übernahme von Administration und Haftung. Und das Ganze zu einem fairen Preis.
