Groß, bunt, teuer
Mit einem riesigen Spektakel startet heute die Expo in Shanghai. Zur feierlichen Eröffnung der Weltausstellung durch Staats- und Parteichef Hu Jintao, sind auch wichtige Größen aus Politik und Wirtschaft geladen.
Mit ausgewählten Gästen, wie dem französischen Staatspräsidenten Nicholas Sarkozy und seiner schönen Gattin Carla Bruni, dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak und EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso, soll die Eröffnung ein Großereignis werden.
China sieht Grund sich selbst zu feiern. Zu diesem Anlass werden heute hunderttausend Feuerwerkskörper in die Luft geschossen. Das sind 20.000 mehr, als vor zwei Jahren bei der Eröffnung der olympischen Spiele. Grund für die Feierlaune der Chinesen ist die Tatsache, dass sich das Land zu den Gewinnern der Finanzkrise zählt. Durch die im November 2008 von der Regierung beschlossenen Programme zur Ankurblung der Wirtschaft, konnte China im ersten Quartal dieses Jahres ein Wirtschaftswachstum in Höhe von 11,9 Prozent verzeichnen. Mit Kreditausweitungen und Investitionen im Umfang von rund 390 Milliarden Euro schnürte das Land das bisher größten Konjunkturpaket der Geschichte. Nun soll die Expo in Shanghai die größte Ausstellung der Welt werden. Rund 240 Länder und Organisationen, unter anderem die Vereinten Nationen, stellen auf dem über 5 Quadratkilometer großen Gelände in den Bereichen Kultur und Technik aus. Etwa 70 Millionen Besucher werden in den nächsten sechs Monaten erwartet. Darunter 3,5 Millionen ausländische Gäste. Der deutsche Bundespräsident Köhler hat seinen Besuch für den 19. Mai angekündigt.
Schätzungen zufolge hat China 3,3 Milliarden Euro für die Ausstellung investiert. Ein Großteil des Geldes floss dabei in die Verschönerung des Stadtbildes: neue U-Bahnstrecken wurden gebaut, Parks angelegt, Häuserfassaden erneuert oder die älteren Gebäude gleich durch moderne Apartmentblocks ersetzt. Seit Tagen überwachen Spezialeinheiten der Polizei die Umgebung. 18.000 Anwohner rund um das Expo-Gelände wurden mehr oder minder freiwillig umgesiedelt. Zu den chinesischen Aufräumarbeiten gehörte außerdem die Verhaftung von 6.000 Kleinkriminellen und Prostituierten. Der Straßenverkäufe illegalen Gutes wurde untersagt und Bewohner angewiesen nicht mehr im Pyjama zum Kiosk zu gehen.
