Forderungen schießen in die Höhe

 

In den USA schließen sich immer mehr Investmentfonds einer gerichtlichen Klage gegen Porsche an. Nun fordern insgesamt 35 Fonds Schadenersatz in Höhe von über zwei Milliarden Dollar von dem Stuttgarter Sportwagenhersteller.

Donnerstagabend haben sich weitere 18 Fonds dem Verfahren vor dem Bundesgericht in Manhattan, New York, gegen den Porsche-Konzern angeschlossen. Der Führungsspitze, dem früheren Chef Wendelin Wiedeking und den ehemaligen Finanzvorstand Holger Härter, werden Marktmanipulation und Betrug vorgeworfen. Bereits im vergangenen Sommer hatten Ermittler die Privathäuser der beiden Manager durchsucht. Bei Porsche gibt man sich dennoch gelassen. So ließ ein Sprecher verlauten, die Vorwürfe seien unbegründet.

Die Schadenersatzforderungen sind von ursprünglich einer Milliarde Dollar auf mehr als das Doppelte gestiegen. Der Vorwurf der Kläger lautet, das Management habe den Kurs der VW-Aktie wissentlich manipuliert. Bereits 2005 habe Porsche begonnen VW-Aktien zu kaufen, aber jegliche Beherrschungsabsichten bestritten. Investmentfonds hatten auf diese Zusicherung vertraut und mit sinkenden Kursen gerechnet. Aus diesem Grund wurden so genannte Leerverkäufe getätigt, also Anteile abgegeben, die die Fonds noch nicht besaßen.

Im Herbst 2008 hatte der Autobauer allerdings über Aktien und Optionen bereits 74 Prozent der Stimmrechte an VW. Die VW-Aktie, die vorher deutlich gesunken war, stieg in kürzester Zeit um ein Vielfaches an. Schließlich auf einen Wert von über 1.000 Euro. Anleger, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, verloren dadurch eine Menge Geld. Im Sommer 2009 scheiterte die Übernahme von VW durch Porsche. Dann, im Zuge der Krise, wendete sich das Blatt und der Wolfsburger Konzern übernahm im vergangenen Jahr die Hälfte des Sportwagenherstellers.

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