Die beste Fondsgesellschaft. Sonst nichts.

 

Erstmals wurde der procontra-Award im Bereich der Investmentfonds verliehen. Hierbei zählte nicht die reine Performance. Vielmehr wurde über die Kennziffer Sharpe Ratio ermittelt, wem es gelang, das beste Verhältnis zwischen Rendite und Risiko zu erzielen.

Klaus Kaldemorgen blickt auf bewegte Zeiten zurück. Bewegte Börsenzeiten. Der Top-Manager der DWS, musste mit seinem Team einen wahren Börsen-Bären bändigen. Ein Blick in den DAX zeigt, was der Anleger mit Angstschweiß oder unter Freudentränen, je nach Ein- oder Ausstieg, fühlen musste: Im Mai 2008 standen die größten deutschen Aktienwerte bei einem Kurs von über 7.000 Punkten, zehn Monate und eine rasante Talfahrt später fanden sie sich bei 3.677 wieder. Binnen weiteren zwölf Monaten kletterte der DAX wieder um über 60 Prozent auf über 6.000 Punkte. Eine Fahrt an der Seite des Rallye-Dakar-Seriensiegers Stéphane Peterhansel ist nichts gegen das, was das in Aktien angelegte Geld hinter sich hat. Der kurzfristige Blick auf die Zuwächse seit April 2009 verzerrt dabei die Realität: Zumindest der langfristig orientierte Anleger kann sich über diese positive Performance unterm Strich wenig freuen. „Nicht selten sind die Top-Performer von heute die Under-Performer von morgen. Dies ist immer dann der Fall, wenn sich ein Trend dreht“, ergänzt Norbert Welp, Mitglied der Geschäftsleitung bei Pioneer Investments. Denn die Märkte sind mit Krisenausbruch volatiler und unberechenbarer geworden. Selbst Investments in sicher geglaubte Märkte wie Geldmarktfonds gerieten deutlich ins Wanken.

Rendite ja – aber nicht um jeden Preis. Gegen die Krise sind die Fondsmanager machtlos. Wie gut ihre Anlageentscheidungen im Verhältnis zum eingesetzten Risiko waren, lässt sich jedoch überprüfen. Nur wer unter diesem Gesichtspunkt Top-Fonds managt, darf sich Top-Fondsgesellschaft nennen. Aus diesem Grund hat procontra 240 Fondsgesellschaften mit 1.375 Fonds im Jahr 2009 in elf verschiedenen Fondskategorien beobachtet und hinsichtlich der Überrendite einer Geldanlage je übernommener Risikoeinheit gegenüber der Benchmark analysiert. Mit dieser sogenannten Sharpe Ratio lässt sich die Frage beantworten, ob ein eingegangenes Risiko auch eine entsprechende Mehrrendite gebracht hat. Je höher die Sharpe Ratio eines Investmentfonds, desto besser gelang dem Manager der Spagat zwischen Rendite und Risiko. „Einen Investmentfonds über sein Verhältnis zwischen Risiko und Rendite zu bewerten, halte ich für den richtigen Ansatz“, rät auch Klaus Kaldemorgen, Sprecher der Geschäftsführung der Fondsgesellschaft DWS. „Es ist in jedem Fall klüger, auch mal auf ein paar Prozentpunkte zu verzichten und dafür das Risiko eines Fonds zu reduzieren.“

Die besten Fondsgesellschaften. Um einen Gewinner ermitteln zu können, untersuchte procontra die elf wichtigsten Anlagemärkte für den Vermittler. Dazu zählten die Basisregionen aus Deutschland, Europa, Nordamerika sowie die global agierenden Aktienfonds. Erweitert wurde die Untersuchung um die Wachstums- und Zukunftsmärkte in Asien/Pazifik, Lateinamerika, Osteuropa, die Emerging Markets sowie den Rohstoffmarkt. Aufgrund ihrer Marktrelevanz und ihres verwalteten Vermögens komplettierten die Kategorien der Rentenfonds und der Geldmarktfonds die untersuchten Märkte. Auf Datenbasis der Financial Webworks GmbH wurden dann die Fonds ermittelt, die 2009 die höchste Sharpe Ratio in ihrem Segment verzeichnen konnten. Die erste Hürde auf dem Weg zum procontra- Award: Nur wer mindestens einen Top-Ten-Fonds stellen konnte, qualifizierte sich für das Finale um den begehrten Titel „Die beste Fondsgesellschaft des Jahres“. Denn bei diesen Fonds können sich Berater und Anleger so sicher sein, was sie es seit der Krise mehr denn je erwarten: Hier stehen eingesetztes Risiko und Rendite in einem gesunden Verhältnis. In der Endrunde blieben von ursprünglich 240 Fondsgesellschaften 68 übrig. Im Finale kam es zu einem engen Rennen um den Titel: Wer die meisten Top-Ten-Fonds stellte, sollte mit dem ersten procontra-Award ausgezeichnet werden.

And the winner is. Die DWS Investments machte am Ende das Rennen und setzte sich gegen ihre 240 Konkurrenten durch. Auch wenn es am Ende knapp war: Sie verwaltet gleich acht Fonds, die es in die Top-Ten-Listen der untersuchten Märkte gebracht haben. Damit stellt sie die meisten Top-Fonds und überzeugt mit überdurchschnittlichen Sharpe Ratios. Der DWS Euro Strategie konnte beispielweise 2009 eine Sharpe Ratio von 3,3 aufweisen – mehr als doppelt so hoch wie die des Sektors (1,6). Dicht gefolgt wird die DWS von Allianz Global Investors, die sieben Fonds in die Top-Ten-Listen brachte. Dabei glänzt AGI besonders bei den Aktienfonds Europa. Gleich zwei Fonds schafften es in die Bestenliste: Der Allianz RCM Wachstum Europa A und der AGIF Allianz RCM Europe Equity Growth schlugen den Sektordurchschnitt von 1,3 mit einer Sharpe Ratio von 2,2 bzw. 2,1. Auf Platz drei folgt Pioneer. Sie stellt sechs Fonds in den Top-Ten-Listen. Die Investmentgesellschaft legt bei ihren Anlageentscheidungen ein besonderes Augenmerk auf das von procontra untersuchte Verhältnis von Rendite und Risiko: „Auch wenn es manchmal verlockend erscheint, noch den letzten Renditepunkt herauszuholen, sollte ein aktiver Asset-Manager auch immer das Risiko eines Investments im Auge behalten. Das erfordert ein hohes Maß an Disziplin, macht sich aber bezahlt“, resümiert Welp. Seriöse Vermittler sollten ihren Kunden nicht zu den vermeintlichen Top-Performern raten. Denn mit Rendite und Risiko verhält es sich wie auf der Rallye-Piste: Wer zu schnell in die Kurve fährt, fliegt früher oder später heraus.

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 Eine Antwort zu “Die beste Fondsgesellschaft. Sonst nichts.”
  1. Tweets die Die beste Fondsgesellschaft. Sonst nichts. | procontra-online erwähnt -- Topsy.com sagt:

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Wolfram Evermann, Geld und Sparen erwähnt. Geld und Sparen sagte: ProContra | Die beste Fondsgesellschaft. Sonst nichts. http://bit.ly/a1sL6f [...]

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