Vertrauenskrise

 

Die Deutschen vertrauen den Versicherungen nicht. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Lediglich 13 Prozent der rund 1.000 Befragten gaben an, volles Vertrauen in Versicherungs- unternehmen zu haben. Sogar die Bankenbranche, die ihr Image durch die Krise nicht gerade aufpolieren konnte, verzeichnete mit immerhin 17 Prozent einen höheren Wert.

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„Das Vertrauen der Kunden in Banken und Versicherungen ist in den letzten Jahren rückläufig“, bestätigt Marcus Schmidt, von der GfK-Marktforschung. In Anbetracht der Tatsache, dass die Ursachen für die Finanzkrise zum großen Teil den Banken in die Schuhe geschoben werden, verwundert das Ergebnis. „Dass das Misstrauen in die Versicherungsbranche das in die Banken noch übersteigt, ist für mich nicht nachvollziehbar“, kommentiert Ulrich Bockrath, Medienreferent bei der AXA, das Ergebnis der Untersuchung. Denn weder sei ein Versicherungsunternehmen bankrott gegangen, noch auf staatliche Rettungsmaßnahmen angewiesen gewesen. Auch der Blick auf die deutschlandweiten Umsätze der AXA spiegelt ein fehlendes Vertrauen nicht wieder. Diese steigerten sich von 2008 zu 2009 leicht von 9,8 auf 10,3 Milliarden Euro. Allerdings scheuten viele Versicherte im vergangenem Jahr langfristige finanzielle Bindungen einzugehen, so Bockrath. Im Bereich der Renten- und Lebensversicherung seien, aufgrund der erhöhten Angst vor einem Arbeitsplatzverlust, einige Rückgänge verzeichnet worden. Auch andere Versicherer bestätigten, dass sich das mangelnde Vertrauen nicht an den Geschäftszahlen ablesen ließe.

Schmidt versucht die Studienergebnisse zu erklären: „In der Versicherungsbranche herrscht eine Grundskepsis unter den Verbrauchern. Diese liegt wahrscheinlich in der Abstraktion der Produkte begründet.“ Während eine Bank seinem Kunden beispielsweise regelmäßig Zinsen auszahle, treffe bei einem Versicherungsabschluss der Schadensfall oftmals nicht ein. „Das Vertrauen hat nichts mit dem Abschluss zu tun. Manche Versicherungen braucht man einfach“, so Schmidt.

Allerdings herrschen erhebliche Unterschiede zwischen dem Misstrauen in die Branche und dem in den persönlichen Ansprechpartner. Immerhin ist das Vertrauen in diesen im Durchschnitt viermal höher und liegt bei rund 40 Prozent. Eine Zahl die nichtsdestotrotz zu bedenken gibt, denn sie bedeutet, dass nicht einmal jeder zweite Kunde seinem Vermittler vertraut. Um das Vertrauen zu stärken, muss der Makler ehrlich und richtig beraten. Außerdem sehen die Kunden derzeit nur wenige auf sie zugeschnittene Produkte auf dem Markt. „Wichtig ist es, einfache und verständige Produkte anzubieten und diese an die richtige Zielgruppe zu vermitteln“, so Schmidt.

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 Eine Antwort zu “Vertrauenskrise”
  1. Hess, Karl-Heinz sagt:

    Die Grundskepsis gegenüber Versicherungen dürfte im Zusammenhang mit der Schadenregulierung sein. Entsprechend den Vers.Bedingungen die nur ein Fachmann richtig interpretieren kann, wird der Eintritt in eine Schadenregulierung sowohl zeitmässig oft herausgezögert, als auch der Höhe nach “im Interesse der Versicherungsgemeinschaft” bestritten oder abgelehnt. Dies spricht sich unter Versicherten schneller rum, als kurzfristige Regulierungen, was der Versicherte als selbstverständlich erachtet. Unter diesem Gesichtspunkt wären die Versicherungsgesellschaften besser beraten eine risikogerechte Prämie zu erheben und nicht mit Ausschlüssen wie z.B. in der K-Versicherung einen billigeren Versicherungsschutz anzubieten als der Mitbewerber, was dann im Ernstfall zum Vertrauensverlust gegenüber Versicherungen führt.

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