Gute Aussichten, schlechte Aussichten

 

Einer heute veröffentlichten Studie der Agentur Fitch Ratings zufolge, müssen sich Lebensversicherer in diesem Jahr warm anziehen. Der geschäftliche Ausblick für den Vermittler ist in diesem Bereich dagegen gar nicht mal so übel.

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Die Prognosen für 2010 sind laut Fitch für den Versicherer im Bereich Lebensversicherung eher trübe. „Für den Vermittler bedeutet dieser Ausblick allerdings nicht zwangsläufig ein schlechtes Jahr“, erklärt Tim Ockenga, Senior Director im Versicherungsbereich bei Fitch Ratings, „denn das Geschäftsvolumen verteilt sich auf unterschiedliche Vertriebskanäle.“ Bereits in den vergangenen Jahren konnten Makler und Maklerpools ihr Geschäft, aufgrund der neuen gesetzlichen Anforderungen am Markt, konsolidieren. Dies würde künftig wohl auch erstmal so bleiben, meint Ockenga. Bei Fitch geht man sogar davon aus, dass sich der Anteil an Neugeschäften für den Makler in diesem Jahr leicht erhöhen wird. Allerdings kann man in Hinblick auf die finanzielle Situation der Versicherer nicht mit überdurchschnittlichen Abschlussprovisionen rechnen.

Einen Grund für die eher lausigen Prognosen in dem Branchensegment erkennt Ockenga in der Entwicklung des Zinses: „Das derzeitige Niedrigzinsumfeld, im Hinblick auf die vergebenen Garantien in den Lebensversicherungsverträgen in Höhe von durchschnittlich 3,4 Prozent, sieht Fitch als die größte Herausforderung der Branche.“ Der niedrige Zins führt bei der Investition in Kapitalanlagen zu einer Umschichtung. So haben Anlagen in höherverzinsliche Unternehmens- und Staatsanleihen mit längerer Laufzeit erheblich zugenommen. Auch künftig erwartet man bei Fitch eine eher opportunistische Kapitalanlagestrategie.

Die Unsicherheit in Bezug auf die weitere Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Lage hält außerdem viele Kunden vor dem Abschluss einer Lebensversicherung ab. So wurden 2009 Anlageentscheidungen, die mit längeren Laufzeiten verbunden waren, häufig auf die lange Bank geschoben oder ganz zurückgezogen. Die Stornoquote ist von 5,5 Prozent in 2008 auf ca. 6,3 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen.

Doch nicht nur Unsicherheiten auf Seiten der Anleger sind verantwortlich für das schwache Geschäft mit Neukunden. Versicherer sollten ihr Produktangebot optimieren. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist, die Produkte so flexibel zu gestalten, dass man möglichst schnell auf die sich immer wieder ändernden Kundenbedürfnisse reagieren kann.

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