Gar nicht mal so übel

 

Auf dem heutigen Pressekolloquium in Berlin gab der Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), Rolf-Peter Hoenen, die Zahlen für das Geschäftsjahr 2009 bekannt. Alles in allem haben sich die deutschen Versicherer gut geschlagen. Insbesondere der Bereich Lebensversicherungen konnte Wachstum verzeichnen.

Die Lebensversicherer konnten ihre Beiträge um 6,6 Prozent auf 81,4 Milliarden Euro steigern. Rechnet man noch Pensionskasse und Pensionsfonds hinzu, liegt die Beitragssteigerung, mit 85,2 Milliarden Euro, sogar bei 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Infolge der Krise hatte die Branche mit derart erfreulichen Zahlen nicht gerechnet. „Wenn man die Aktienkursschwankungen allein im 1. Quartal 2010 betrachtet, ist nachvollziehbar, warum unsere Kunden gerade jetzt Produkte mit einer Garantieverzinsung bevorzugen“, erklärt Dr. Maximilian Zimmerer, Vorsitzender des GDV-Hauptausschusses die Zahlen. Außerdem zeige die Entwicklung das Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit und das Vertrauen in die deutschen Lebensversicherer.

Die Einnahmen gehen zum Großteil aus Einmalbeiträgen hervor. Diese sind im vergangenen Jahr um rund 60 Prozent gewachsen. Mit einem Volumen von 21 Milliarden Euro machen sie fast ein Viertel der Einnahmen aus. Das starke Wachstum der Einmalbeiträge ist auf vermehrt ablaufende Kapitallebensversicherungen und Erbfälle zurückzuführen, erklärt der GDV. Dagegen sind die Einnahmen aus laufenden Beiträgen um 3,4 Prozent auf 64 Milliarden Euro gesunken. „Infolge der Rezession kam es verstärkt zu Beitragsfreistellungen oder Beitragsreduktionen“, so Zimmerer. Unter der Krise hat vor allem das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag gelitten. Rechnet man Verzerrungen heraus, so liegt der Rückgang bei rund 8 Prozent. Dagegen konnte der Bereich der privaten Krankenversicherung einen Nettozuwachs an 99.000 Kunden verzeichnen. Außerdem wuchsen die Beitragseinnahmen um 3,8 Prozent, das sind 31,5 Milliarden Euro.

Lediglich für die Schaden- und Unfallversicherer war das Vorjahresgeschäft weniger erfolgreich. Insgesamt ging der versicherungstechnische Gewinn um eine Milliarde Euro auf 1,7 Milliarden Euro zurück. Nichtsdestotrotz gibt sich die Branche zuversichtlich. „Vor dem Hintergrund der Finanzkrise bin ich mit der Stabilität unserer Geschäftsentwicklung mehr als zufrieden“, kommentiert Hoenen das Ergebnis.

Alles in allem konnten die Versicherer ein Beitragswachstum von 171,3 Milliarden Euro erwirtschaften. Und auch für das laufende Jahr rechnet der GDV mit stabilen bis leicht ansteigenden Beitragseinnahmen.

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