„Solaranlagen bleiben trotz Kürzungen attraktiv“

 

Erneuerbare Energien sind auf dem Vormarsch. Trotz angekündigter Kürzungen von staatlichen Förderungen wird die Branche jetzt durchstarten. procontra sprach mit einem der Pioniere im ökologischen Investment: Ralph Prudent, Geschäftsführer bei ÖKOWORLD LUX S.A..

procontra: Herr Prudent, was sind für Sie die künftigen Schlüsselindustrien, wenn es um nachhaltige Investments geht?

Ralph Prudent: Der Schlüssel für die Industrien zum unternehmerischen Erfolg heißt Nachhaltigkeit. Insbesondere die regenerativen Energien sind weiterhin auf Erfolgskurs. Daran wird auch der Ausgang des Klimagipfels in Copenhagen nichts ändern. Die Un­ternehmen haben erkannt, dass »grüne« Techniken keine Nach­teile, sondern Kosten- und Wett­be­werbs­vorteile erzeu­gen.

procontra: In welche Richtung sollten Berater und Kunde neben den regenerativen Energien noch denken?

Prudent: In die Richtung „Blaues Gold”. Damit meine ich Wasser. Denn global besteht die Gefahr, dass Wasser zum knappen Gut und ebenso wie die Energie zum Bremser für das Wachstum wird. Umfangreiche Modernisierungen sind weltweit erforderlich. Für Anleger, welche die Wertsteigerungspotentiale des Themas Wasser für sich nutzen wollen und gleichzeitig hohe Ansprüche an die Nachhaltigkeit stellen, eignet sich unser Wasserfonds WATER FOR LIFE. ÖKOWORLD filtert durch klar definierte positive und negative Anlagekriterien die Unternehmen am Markt heraus, die ökologisch führend in ihrer Branche sind.

procontra: Investitionen in Atomkraft lehnen Sie ab. Das machen nicht alle Anbieter von Nachhaltigkeitsfonds.

Prudent: Nachhaltig investieren klingt für immer mehr Anleger attraktiv. Für Investmentgesellschaften Grund genug, neue Fonds unter dem Label „Nachhaltigkeit“ zu vermarkten. Allerdings können nur wenige der Produkte mit einer ökologisch, moralisch und ethisch einwandfreien Aktienauswahl überzeugen. Das sogenannte Best-in-Class-Prinzip dominiert. So werden selbst Rüstungs- oder Atomkonzerne zu nachhaltigen Gesellschaften, weil sie ihre Geschäfte etwas weniger unmoralisch betreiben als ihre Branchenkonkurrenten. Das können Berater und Kunden bei ÖKOWORLD ausschließen.

procontra: Regenerative Energien sollen künftig weniger vom Staat gefördert werden. Wie denken Sie darüber?

Prudent: Das kann man so nicht sagen. Staatliche Kredite werden weiter bereitgestellt. Das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) ist in Kraft. Der Klimawandel wartet nicht und der Ausbau der regenerativen Energien muss zügig voranschreiten. Allein im letzten Jahr konnten die Erneuerbaren Energien in Deutschland über 100 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das zeigt, wie viel wir durch richtige politische Rahmenbedingungen für den Klimaschutz erreichen können. Daher bin ich zuversichtlich was die Entwicklung anbetrifft. Die reduzierte Förderung von Solarstrom sollte der Markt bald verdaut haben. Zunehmender Wettbewerb und sinkende Produktionskosten haben die Errichtung von Solaranlagen vergünstigt. Wie in jeder innovativen Branche folgt auf die Innovation eine Phase der Konsolidierung. Die Regierung will ausdrücklich den Eigenverbrauch stärken – und das gleicht die geplante Kürzung zum Teil wieder aus. Die Solaranlagenbesitzer, die den Strom nicht ins öffentliche Netz einspeisen, sondern selbst verbrauchen, sollen einen zusätzlichen Nutzen haben: Es fließt zum einen eine Eigenverbrauchs-Vergütung und der Solaranlagenbesitzer muss zudem keinen Strom von außen mehr einkaufen. Solaranlagen bleiben also trotz offizieller Kürzungen attraktiv für Investoren.

procontra:
Mussten Sie in den vergangenen Monaten auch Mittelabflüsse hinnehmen? Und wie ist Ihr Ausblick auf die nächsten Monate?

Prudent: Die Anzahl der Anteile in allen acht ÖKOWORLD-Fonds war bis auf einen geringen Anteil Anfang und Ende des Jahres 2009 gleich. Dies zeigt das überdurchschnittliche Vertrauen der privaten und institutionellen Investoren. Mein Ausblick: Das Anlegerinteresse wird steigen. Spürbar wird dies aber erst in der zweiten Jahreshälfte 2010.

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 Eine Antwort zu “„Solaranlagen bleiben trotz Kürzungen attraktiv“”
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    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Geld und Sparen erwähnt. Geld und Sparen sagte: ProContra | Nachhaltige Investmentfonds: Erneuerbare Energien und Wasser auf dem Vormarsch http://bit.ly/c7r7Hx [...]

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