Zwei in Eins

 

Sicherheit steht bei Anlegern immer noch an erster Stelle. Wer dennoch nicht gänzlich auf Rendite verzichten will, für den kommen Wandelanleihen in Frage. Das „Zwei in Eins“-Produkt erfreut sich bei Investoren derzeit steigender Beliebtheit trotz gedeckelter Renditechancen.

Bild: fotolia

Hielten sich 2008 Zu- und Abflüsse noch die Waage, flossen im vergangenen Jahr bereits rund 600 Millionen Euro in DWS-Rentenfonds mit dem Schwerpunkt Wandelanleihen. In den ersten Wochen dieses Jahres waren es schon wieder 70 Millionen Euro, was annualisiert über 800 Millionen Euro bedeuten würde. „Wir verzeichnen derzeit große Mittelzuflüsse von Seiten der Anleger“, bestätigt Henning Potstada, Fondsmanager bei der DWS.

Wandelanleihen sind von Unternehmen ausgegebene festverzinsliche Wertpapiere, die dem Anleger, innerhalb einer festgelegten Frist, ein Wandlungsrecht einräumen. Sollte der Aktienkurs des emitierenden Unternehmens steigen, kann der Käufer seine Anleihe, während dieser Wandlungsfrist, in einem vorab bestimmten Verhältnis in Aktien umtauschen. Verzichtet der Anleger aufgrund einer negativen Kursentwicklung auf sein Wandlungsrecht, so erhält er am Ende der Laufzeit sein eingesetztes Kapital.

Für den Inhaber liegt der Vorteil dieses Finanzproduktes darin, dass die Renditechancen von Aktien mit dem geringeren Risikoprofil von Anleihen kombiniert sind. Die Jahresperformance von Wandelanleihen im europäischen Raum lag zwischen 15 (CONVERTINVEST European Convertible WKN 913225) und 37 Prozent (Dexia Bonds Europe Convertible (WKN 933777). „Die reine Verzinsung ist allerdings niedriger als bei herkömmlichen Unternehmensanleihen“, erklärt Potstada. So liegt der Kupon einer Wandelanleihe, die im März 2009 emittiert wurde, mit einer Laufzeit bis März 2014 bei 7,25 Prozent. Im Vergleich dazu, liegt der Kupon einer Arcelor Mittal Unternehmensanleihe, mit einer Laufzeit bis Februar 2015, bei 9 Prozent. „Da Wandelanleihen einen Sicherheitspuffer bieten, ist eine volle Partizipation nach oben nicht gegeben. Sollten die Aktien steigen, so partizipiert der Anleger nur zu gut zwei Dritteln am Gewinn“, erklärt Potstada. Bei einem Kursabschwung allerdings sind die Aktien nur zu einem Drittel am Verlust beteiligt.

Für Unternehmen stellen Wandelanleihen, wegen ihrer niedrigen Verzinsung, eine attraktive Form der Kapitalbeschaffung dar. Auch für dieses Jahr rechnen Experten mit einer hohen Anzahl an Emissionen neuer Fonds.

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 Eine Antwort zu “Zwei in Eins”
  1. Dr. Christian Knudsen sagt:

    Dieser Artikel stellt eine geglückte Verbindung von Recherche und Tendenzbeschreibung dar und ist damit auch direkt ein guter prakischer Ratgeber für potentielle Anleger.

    Danke!

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