„In ressourcenorientierten Fonds liegt die Zukunft“

Klimawandel, der Anstieg der Weltbevölkerung und die damit erhöhte Nachfrage nach Energie und Nahrungsmitteln sind Faktoren, die zu einem erhöhten Wasserbedarf führen. Für die Branche ergibt sich in den nächsten Jahrzehnten ein enormes Absatzpotenzial. Zu diesen Erkenntnissen kam nun die Studie „Weltwassermärkte“ aus dem Hause DB Research. procontra sprach mit einem der Autoren, Eric Heymann.
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procontra: Herr Heymann, das Thema Wasser plätschert bereits eine Weile auch durch die Kapitalmärkte. Warum sehen Sie gerade jetzt erhöhten Handlungsbedarf?
Eric Heymann: Wir glauben, dass der Handlungsdruck in Bezug auf Wasser in vielen Ländern mittlerweile so weit gestiegen ist, dass man die Probleme nicht mehr negieren kann. In vielen Ländern wird bereits umgedacht, das erkennt man an vielen Projekten, die sich mit intelligenten und neuen Technologien beschäftigen und diese finanzieren. Auch für deutsche Hersteller mit entsprechender Ausrüstung ergibt sich ein viel größeres Absatzpotential als noch vor 15 oder 20 Jahren. Länder wie China und Indien sind jetzt als potenzielle Märkte hinzugekommen.
procontra: In Ihrer Studie ist die Rede von einem Investitionsbedarf zwischen 400 und 500 Milliarden Euro. Woher soll diese enorme Summe kommen?
Heymann: Zum größten Teil wird hier die öffentliche Hand einspringen müssen, also eine Finanzierung über Steuermittel. Ein weiterer Teil kann innerhalb von Projekten von Investoren der Branche bereitgestellt werden. Jedoch ist der Handlungsdruck, gerade in den Megastädten der Entwicklungs- und Schwellenländer mittlerweile so hoch, dass auch diejenigen, die Wasser konsumieren, stärker an der Finanzierung der entsprechenden Infrastruktur beteiligt werden müssen. Da Wasser bisher sehr preiswert ist und in manchen Ländern kostenlos zur Verfügung steht, wird es sicherlich auch politische Widerstände geben. Doch höhere Preise machen den Leuten klar, dass die Ressource Wasser nicht unendlich verfügbar ist.
procontra: Wie kann der Anleger nun profitieren?
Heymann: Er sollte schauen, welche Technologien in welchen Ländern nachgefragt sind. Ein Beispiel wäre die Meerwasserentsalzung in reichen Ländern des mittleren Ostens. In China hingegen herrscht ein erhöhter Bedarf an Filtersystemen und Kläranlagen. Einige Fonds spielen bereits mit dem Thema Wasser. Ich könnte mir vorstellen, dass in ressourcenorientierten Fonds die Zukunft liegt und diese eine noch größere Rolle spielen werden. Als Anleger sollte man sich darüber informieren, wer Marktführer auf dem Gebiet ist und wer in diesen Ländern bereits gut aufgestellt ist. Da lohnt sich auch ein Blick in die Broschüren der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit.
procontra: Sollte der Anleger bereits jetzt investieren?
Heymann: Der Zeitpunkt zum Einstieg ist vom Einzellfall abhängig. Die Wertschöpfungskette auf dem Wassermarkt ist viel facettenreicher, die vom Tiefbau, über die Installation des Wasserzählers bis hin zum Inkassosystem gehen kann. Entsprechend ist der Wassermarkt auch noch nicht so transparent wie viele andere Märkte.
