Spaniens Preisverfall

 

Auf dem spanischen Immobilienmarkt sinken die Preise ins Bodenlose. Spanische Experten des Wirtschaftsforschungsinstituts Instituto de Estudios Económicos (IEE) prognostizieren einen Preisverfall bis ins Jahr 2013 hinein. Ausländische Investoren auf Schnäppchenjagd in Spanien sollten jedoch noch vorsichtig sein.

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Seit dem Beginn der Krise im Dezember 2007 sanken die Preise von Immobilien in Spanien zwischen 10 und 15 Prozent. Ein Richtungswechsel ist noch lange nicht in Sicht. So rechnet man in Spanien für die kommenden Jahre mit einem weiteren Preisrutsch von bis zu 30 Prozent. Erst in 2013 sei eine Stabilisierung zu erwarten, so die Prognose des IEE.

Vorhersagen für die nächsten drei Jahre will man bei der Landesbausparkasse (LBS) zwar nicht treffen, aber Dr. Bernhard Dietrich, Europa-Koordinator der LBS, bestätigt: „Der Preisverfall am spanischen Immobilienmarkt wird sich noch weit in dieses Jahr, vielleicht auch darüber hinaus, hineinziehen.“ Betroffen von der Situation sind in erster Linie jene Immobilien, die sich in Top-Lagen befinden. „Die Objekte, die während des Immobilienbooms in den Jahren zwischen 2000 und 2007 zweistellige Zuwächse erzielen konnten, sind nun von einem extremen Preisverfall bedroht“, so Dietrich. Zu den entsprechenden Regionen zählt der Experte die spanische Mittelmeerküste und die Balearen. Mit weniger Verlusten müsse dagegen die Atlantikküste rechnen und auch in den städtischen Lagen seien die Preise relativ stabil.

Zu der Immobilienkrise auf der iberischen Halbinsel trugen vor allem die Kreditinstitute bei. Um vom Bauboom der letzten Jahre zu profitieren, warfen sie billige Kredite auf den Markt. Zeitweise wurden in Spanien mehr Häuser hochgezogen als in anderen europäischen Ländern zusammen. Mit dem Platzen der Immobilienblase konnten viele Kreditnehmer ihre Verbindlichkeiten nicht mehr erfüllen. Die Objekte gingen zurück an die Kreditgeber. Schätzungen des IEE zufolge stehen in Spanien rund 700.000 Wohnungen leer.

Ausländische Investoren sollten jetzt allerdings noch nicht in spanische Immobilien investieren, sondern noch abwarten, rät Dietrich: „Wir gehen in nächster Zeit zwar von einem gebremsten Preisverfall aus, aber noch nicht von einem Stopp. Gekaufte Objekte verlieren also weiterhin an Wert.“

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