Große Klappe, nichts dahinter

 

Was wurden Mischfonds noch vor wenigen Monaten als flexible und rentable Anlagen gepriesen. Die Realität zeigt jedoch ein anderes Bild. Auf dem Papier klingen die Vorzüge der Mischfonds toll. Mischfonds können flexibel auf Kapitalmarktbewegungen reagieren und je nach Marktlage mal Anleihen, Derivate, Geldmarkttitel oder sogar Immobiliensondervermögen stärker gewichten.

Es reicht also ein einziges Produkt, um mehrere Assetklassen abzudecken. Das bedeutet eine breitere Streuung, geringere Volatilität und eigentlich auch eine bessere Performance. Denn schließlich kann der Fondsmanager auch mal auf eine andere Assetklasse ausweichen, wenn es beispielsweise am Aktienmarkt wie in diesen Tagen eher schlecht läuft. Denkste! Die Performance von Mischfonds enttäuscht. Nur wenige Mischfonds schafften eine positive Einjahresperformance. Der Großteil dieser Assetklasse erwirtschaftete ein Minus, oftmals im zweistelligen Prozentbereich. Manche Fonds schnitten im Dreijahresvergleich noch schlechter ab als der MSCI World, der pro Jahr im Durchschnitt 16,48 Prozent verlor, wie aktuelle Morningstar-Ratings zeigen. Die verhältnismäßig schlechte Performance der Mischfonds hat verschiedene Gründe. Viele Manager erkannten zu spät, was sich an den Aktienmärkten zusammenbraute. Oder ihre gesetzten Vorgaben für den Fonds sind so eng gesteckt, dass ein rechtzeitiges Umschichten in andere Anlagen unmöglich war. „Einige Mischfonds werden in eher engen Aktien-/Anleihenbandbreiten gemanagt“, bestätigt auch Natalia Wolfstetter, Analystin bei Morningstar. „Als Anleger sollte man sich im Voraus überlegen, welche Art Mischfonds man haben möchte. Flexible Mischfonds sind nicht zwangsläufig besser, schließlich muss der Fondsmanager mit seinen Entscheidungen auch richtig liegen“, so Wolfstetter weiter.
Richtig gut geschlagen hat sich der Mischfonds Patrimoine aus dem Hause Carmignac.
Fondsmanager Edouard Carmignac und seine Kollegin Rose Ouahba haben 56,3 Prozent des Fondsvolumens in Rentenwerte gesteckt. Den Löwenanteil davon machen Staatsanleihen der Industrieländer aus. „Bei den Staatsanleihen zahlte sich unsere Wette auf eine erneute Inflationsprämie auf dem US-Markt aus und die Überperformance der Unternehmensanleihen, insbesondere aus dem Finanzsektor, schlug einmal mehr positiv zu Buche“, sagt Carmignac. Aktien machen nur rund ein Viertel des Portfolios aus, hier dominieren Schwellenländer. „Fondsmanager mit einer guten Performance haben ihre Fonds in der Finanzkrise tendenziell defensiver ausgerichtet und/oder die Kassequote deutlich erhöht“, erläutert Wolfstetter. Carmignac hält derzeit rund 19 Prozent in Cash.
Bleibt die Frage, warum Anleger nicht gleich in Aktienfonds investieren sollten, wenn viele Mischfonds nur so unflexibel auf Kurseinbrüche reagieren bzw. reagieren können. Ganz so einfach ist die Sache natürlich nicht. „In Mischfonds reduzieren defensive Anlagen das Risiko, das bei einer reinen Aktienanlage um einiges höher ausfällt“, erklärt Wolfstetter.

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