Für Groß und Klein

 

Wenige geschlossene Fonds können monatlich bespart werden. Dabei erhielten so auch Kleinanleger einen Beteiligungszugang.Geschlossene Fonds sind nichts für Kleinanleger, sagen die einen. Beteiligungen gehören in jedes Portfolio, die anderen. Mit Sparplänen und Ansparraten von 100 Euro monatlich könnte jedermann am Investment in Sachwerte partizipieren. Zu kompliziert und unseriös, sagen Kritiker. Eine gute Chance zum Diversifizieren, die Befürworter.

Wie aber funktionieren die Sparpläne und warum werden sie von immer mehr Kunden gewünscht? Als vor vier Jahren mit den Steuervorteilen das bis dahin wichtigste Verkaufsargument der geschlossenen Fonds gestrichen wurde, erklangen schon voreilig die ersten Nachrufe. Die Branche sei so gut wie tot, hieß es. Doch siehe da, es ging auch gut ohne die Verlustzuschreibungen und Steuersparmodelle. So schütteten laufende Beteiligungen selbst im Krisenjahr 2008 laut VGF im Schnitt 7,6 Prozent aus. Andere Assetklassen wären schon über ein Plus froh gewesen. Doch trotz negativer Erfahrungen mit Aktien, Investmentfonds und Derivaten bleiben viele Anleger gegenüber Beteiligungen misstrauisch.

Verbraucherschützer warnen. Beteiligungen haben nach wie vor den Ruf, aufgrund der hohen Mindestbeteiligung nur für Besserverdienende geeignet zu sein. Wer zudem noch breit diversifizieren will, muss viel Geld mitbringen. So setzen immer mehr Emissionshäuser auf Sparpläne mit monatlichen Einzahlungsbedingungen und sprechen damit eine ganz neue Anlegergruppe an. Mittels Sparplänen wird der Renditevorteil sachwertorientierter Assets und der breiten Risikostreuung mit einer hohen finanziellen Flexibilität kombiniert. Für Manfred Brenneisen von der Brenneisen Capital AG klingt das interessant: „Inzwischen werden Sparpläne in Kapitalanlageprodukte durchaus als Alternative zu Lebensversicherungen gesehen, auch wenn hier vermeintliche Kleinanleger in eine Assetklasse gebracht werden, die sie noch nicht kennen.“ Kein Problem für die HCI-Tochter HSC Hanseatische Sachwert Concept GmbH. Sie hat schon seit mehreren Jahren gute Erfahrungen mit Ansparplänen gemacht. Der Geschäftführer der HSC Jan Eike Schuldt glaubt, dass Diversifikation nicht ein Privileg Vermögender sein muss: „Die aktuellen Turbulenzen an den Aktienmärkten zeigen, wie wichtig eine durchdachte Allokation des Vermögens ist. Hierfür sind reale Assets mit ihrer geringen Korrelation zu den volatilen Kapitalmärkten wichtiger denn je.“ Hier würden Aufbaupläne allen Anlegern einen Zugang eröffnen. Die Idee der Sparpläne ist nicht neu. Lange Zeit umwehte sie ein leiser Hauch von Unseriosität. Otmar Knoll von der fairvesta Holding AG erklärt, warum: „Sparpläne haben unter Verbraucherschützern keinen guten Ruf, da nicht unterschieden wird, wie und in welche Anlageklasse investiert wird und welche Sicherheitsmechanismen zugunsten der Sparer bei einzelnen Anbietern gegeben sind.“ So würden Ratensparpläne von Verbraucherschützern grundsätzlich als unseriös eingestuft. fairvesta war eines der ersten Emissionshäuser, welche Sparpläne anboten. Mittlerweile nicht mehr, da laut Knoll der Aufwand zu groß sei: „Die Verwaltungskosten von Sparplänen über viele Jahre stehen nicht im Verhältnis zum Umsatz.“ Das Problem ist in der Anlegerverwaltung zu suchen, erklärt Brenneisen: „Große Anlegerzahlen bedeuten umfangreichen logistischen Aufwand und besondere Aufmerksamkeit bei Gesellschafterversammlungen. Die Möglichkeit der Einflussnahme des Anlegers auf die Beteiligung schwindet mit kleinen Anteilsgrößen.“

Für Groß und Klein 1/1Geben und nehmen. Das laufende Einzahlen in eine geschlossene Beteiligung klingt kompliziert, widerspricht es doch dem Grundgedanken, das Kapital vor der Platzierung einzusammeln. Schuldt erklärt das Prozedere bei der HSC: „Das über Aufbaupläne eingesammelte Geld der Anleger wird bereits während der Platzierungsphase sukzessive in Beteiligungen der HCI Gruppe investiert. Hierbei ist von Vorteil, dass regelmäßig ein bestimmtes Kontingent eines Fonds, zumeist rund 10 Prozent, für die Investition von HSC-Aufbauplänen reserviert wird.“ Die jeweilige Fondsgeschäftsführung entscheide dann, wann und in welche Einzelfonds investiert wird. Zur Sicherstellung der Risikodiversifikation müssten dabei mehrere Zielfonds im Portfolio enthalten sein. Richtig schwierig wird es aber erst bei der Auszahlung. Bei den meisten Sparplänen werden daher in der Einzahlungsphase die Ausschüttungen erneut investiert, also quasi thesauriert. Dies hat neben der vereinfachten Berechnung noch einen vorteilhaften Zinseszinseffekt für den Anleger. Ab Beginn der Ausschüttungsphase erhalten die Anleger dann jährliche Ausschüttungen, die sich anteilig aus den Ausschüttungen der Zielfonds zusammensetzen. Bei einer fünf Jahre dauernden Einzahlung werden mit dem HSC Aufbauplan 9 Portfolio bis zum Jahr 2029 gute 206 Prozent Ausschüttung prognostiziert. Beim Aufbauplan 9 Schiff sogar 219 Prozent. Monatliche 100 Euro sind dafür zu berappen. Die IVAG bietet den IFK Sachwertfonds Deutschland 1 V3 PLUS als Sparplan an. Mit monatlichen Beiträgen ab 17,50 Euro sind eine thesaurierte Ausschüttung während der Ansparphase mit 5,75 Prozent p.a. und Barausschüttungen danach ab 6,00 Prozent p.a. aufwärts möglich. Das Konzept scheint sich durchzusetzen. Aufgrund der Neuorientierung vieler Versicherungsvermittler und der Reaktion von Produktgebern, den Vermittlern entsprechende verkaufbare Produkte an die Hand zu geben, ist von mehr Sparplanprodukten auszugehen. So würde für alle Anleger zu jedem Zeitpunkt eine ideale Kombination zur Verfügung stehen, erklärt Schuldt: „Wir beobachten schon seit Jahren eine kontinuierlich steigende Nachfrage durch die Anleger.“ Dem stimmt Brenneisen zu: „Sparpläne sind also durchaus als Element im Bereich der Kapitalanlage künftig verstärkt zu erwarten und haben ihre Berechtigung.“ Auf jeden Fall ein guter Schritt, sein Angebot kundenfreundlicher zu verbreitern.

Interview

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