Vier Wände für das Alter
Altersvorsorge zum Anfassen: In Krisenzeiten besinnen sich die Deutschen wieder auf die Sicherheit der Immobilie. Doch nicht jede Wand trägt ein Traumhaus oder eine Traumrendite. „Mein Geld soll in die eigenen vier Wände fließen und nicht durch den Schornstein wieder hinausqualmen“, erklärt Sebastian, während er den Immobilienteil des Abendblatts mit der Rubrik „Eigentumswohnungen“ studiert.
Er ist viel rumgekommen während seines Studiums: Basel, Leipzig, Mailand. Danach dann der erste Job in München. Und nun kehrt der 30- Jährige wieder in seine Heimat zurück – „Hamburg, meine Perle“, wie er sie liebevoll nennt. Sebastian weiß, dass er hierher gehört. Und deswegen möchte er seine eigenen vier Wände besitzen. „Ich will kaufen, mir gefällt der Gedanke, dass mir ein Stück Hamburg gehört.“ Sebastian verkörpert den typischen Anfang 30-Jährigen, wie ihn jeder aus seinem Freundes- oder Bekanntenkreis kennt: Karrierepläne, Akademiker, Single. Und wie so viele hat auch Sebastian die Kreditmarktkrise am eigenen Leib erfahren. „Knapp 15 Prozent habe ich dieses Jahr verloren. Ich glaube, damit liege ich noch im Schnitt“, trauert er den Hoffnungen in chinesische Aktienfonds und amerikanische Nebenwerte hinterher. Seine Finanzen regelt sein bester Freund Uwe. Beim Galão hat ihm dieser zur handfesten Altersvorsorge geraten: 75 Quadratmeter, drei Zimmer, Altbau. Und vor allem eins: inflationsgeschützt und werthaltig.„Die Immobilie ist alles in allem die Altersvorsorge, in der ich heute schon leben kann. Beim Eintritt in das Rentenalter ist man dank der Mietfreiheit unabhängiger und sicher vor Mietsteigerungen“, wirbt Dr. Joachim Klare, Vorstand der BHW Bausparkasse AG.
Viele Steine im Portemonnaie. Trotz fundamentaler Argumente für eine Eigentumswohnung: Mit einer Wohneigentumsquote von 43 Prozent ist Deutschland Schlusslicht in Europa. Und das trotz steigender Mieten und sinkender Renten. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) erwartet, dass die heute 40-Jährigen eine Finanzlücke von durchschnittlich 200 Euro verkraften müssen. Viele Experten sprechen bei diesen Zahlen – nicht ganz zu Unrecht – von kommender Altersarmut. Wer dann seine eigenen vier Wände besitzt, kriegt sozusagen eine doppelte Rente: „Rentner, die eine Immobilie besitzen, haben deutlich mehr Geld im Portemonnaie als Rentner, die ein Leben lang zur Miete gewohnt haben“, meint Harald Lanzinger, Leiter Finanzvertriebe von der Baufinanzierungsplattform Planet- Home. Sebastian spekuliert aber auch auf etwas Weiteres – Mieteinnahmen. „Ich werde im Dezember 31. Wer weiß, wo es mich noch beruflich hinzieht. Ich will nicht nur Miete sparen und ans Alter denken – sondern auch mobil und flexibel sein.“ Seine Augen blicken wieder in die Zeitung, Seite 34-38, Stadtteil Eimsbüttel. Sein Freund und Finanzberater Uwe hat ihm eingebläut: Was zählt, ist 1. Lage, 2. Lage und 3. Lage. Denn in den guten Lagen gibt es bei guter Wohnungsqualität ein großes Potenzial für langfristige Wertsteigerung. Auch für Uwe wird sich Sebastians emotionales Erlebnis, der Kauf der eigenen vier Wände, rentieren. Es sind nicht nur die hohen Provisionen, die dem Berater winken. „Eine gute Altersvorsorge braucht einen regelrechten Lebensplaner. Das Thema Immobilie ist ja nicht mit einer Finanzierung abgehakt“, gibt Uwe im Hinblick auf die Cross-Selling- Möglichkeiten zu. Immobilien für die Altersvorsorge: Für Sebastian die Erfüllung eines Lebenstraums, für Uwe ein Geschäft mit vielen Facetten.
