„Chinas Afrika-Investitionen: Zunahme und Diversifizierung erwartet“

 

China ist für viele afrikanische Länder mittlerweile ein wichtiger Exportmarkt und der bilaterale Handel wuchs seit 2000 um durchschnittlich 40 Prozent p. a. Der Zufluss chinesischer ausländischer Direktinvestitionen (ADI) in Afrika stieg ebenfalls stark an, von 75 Mio. USDollar in 2003 auf 520 Mio. US-Dollar in 2006. Afrikas Anteil an Chinas globalem ADI-Bestand hat sich seit 2003 mehr als verdoppelt, ist aber mit 3,5 Prozent noch relativ klein. Algerien, Sambia, Nigeria, Sudan und Südafrika sind die Top5-Ziele für chinesische Direktinvestitionen und erhielten 2006 fast 70 Prozent des chinesischen ADI-Stroms nach Afrika. Chinas Engagement in Afrika ist kein neues Phänomen. Bereits im Kalten Krieg versuchte die chinesische Führung eine Präsenz in Afrika aufzubauen und investierte u. a. in Infrastrukturprojekte. China sah sich selbst in einer Führungsrolle unter den Entwicklungsländern und verwies auf das gemeinsame koloniale Erbe. Die Verhinderung der außenpolitischen Anerkennung Taiwans war ein weiteres Ziel.Was treibt Chinas Investitionen heute? Rohstoffhunger ist eine Erklärung. Große staatseigene Rohstoffunternehmen investieren seit Mitte der 90er Jahre verstärkt in Ländern, in denen westliche Firmen noch nicht oder nicht mehr agieren. Dazu zählen u. a. Sudan, Angola, oder auch die DR Kongo. Doch Afrika ist nicht nur wegen der Rohstoffe interessant, sondern auch als Produktionsund Absatzmarkt für die verarbeitende Industrie. Potenzial hat auch der Dienstleistungssektor, wie Telekommunikation, Tourismus, Immobilien und Finanzdienstleistungen. Aktivitäten chinesischer Unternehmen dürften daneben im Baugewerbe, vor allem bei großen Infrastrukturprojekten, weiter zunehmen. Politische Einflussnahme und staatlich geförderte Expansionsstrategien lassen sich nicht von der Hand weisen, gerade im Rohstoffsektor. Die Afrikapolitik der chinesischen Regierung ermuntert „geeignete Unternehmen“, mit afrikanischen Ländern beim Ressourcenabbau zu kooperieren. Auch die Reise Präsident Hus Anfang 2007 belegt Afrikas Bedeutung für China. Allerdings scheint die Kontrolle der Regierung über die Auswahl von Investitionszielen und umfang begrenzt. Auf chinesischer Seite wird sowohl mangelnde Koordinierung zwischen den einzelnen Unternehmen als auch zwischen politischen und ökonomischen Zielen beklagt. Chinas Engagement in Afrika wird mit Argusaugen beobachtet: Unternehmen und Regierungen westlicher Staaten kritisieren staatliche Finanzspritzen und mangelnde Transparenz bei der Vergabe von Krediten. Schlechte Arbeitsbedingungen in chinesischen Unternehmen und starker Konkurrenzdruck durch chinesische Händler und Produzenten führen zu Unmut und Protesten in einigen Zielländern chinesischer Investitionen. Trotzdem sollten in den nächsten Jahren ein anhaltend starkes Wirtschaftswachstum und steigender Wettbewerbsdruck in China, sowie größere Stabilität in vielen Ländern Afrikas den weiteren Anstieg und eine fortschreitende Diversifizierung chinesischer Investitionen unterstützen.

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