„Mein Traummann muss mir die Kuh aus dem Fluss holen.“

 

1,68 Meter geballte Erotik trifft auf 1,85 Meter geballte Neugierde. Schauspielerin und Moderatorin Charlotte Engelhardt spricht mit procontra-Redakteur Robert Krüger über ihre Körbchengröße, ihre Problemzonen und ihren Einsatz für die Umwelt.

procontra: Charlotte, für deine Sendung „Charlotte am Limit“ hast du auf dem Münchener Oktoberfest zehn Stunden Maßkrüge geschleppt oder bist im Kampfjet oder Rennwagen unterwegs. Auch als Heimwerkerin schwingst du gern den Hammer. Bist du eine Frau fürs Grobe?
Charlotte Engelhardt: (lacht). Ja, ich glaube schon. Das Filigrane liegt mir nicht. Es muss immer schnell gehen und mit „Karacho“ sein.
procontra: Du machst Kickboxen. Mit oder ohne Mundschutz?
Engelhardt: Ohne. Mein Trainer, Marko Rajkovic, kennt meine Tabuzone als Moderatorin, mein Gesicht. Ich kickboxe nicht, um mich zu prügeln, sondern ich habe drei Feinde, wenn ich in den Ring gehe: Hüfte, Bauch und Po und die besiege ich hoffentlich… irgendwann!
procontra: Zum Kickboxen passt auch dein Lebensmotto…
Interview mit Charlotte Engelhardt 1/1Engelhardt: Ja. „Stehe immer einmal mehr auf als du hinfällst.“ Das hat meine Mutter mir mit auf den Weg gegeben, als ich irgendwann als Kind wegen einer schlechten Schulnote völlig frustriert in der Küche saß.
procontra: Dein ursprünglicher Berufswunsch war Bodyguard in Russland. Warum?
Engelhardt: Ich hab damals eine Reportage im Fernsehen darüber gesehen und fand das super spannend. In Russland ist eben alles knallhart und ich gehe gern an meine Grenzen. Beim Kampfjetfliegen habe ich mich auch wirklich übergeben. Mein Papa war aber ganz froh, als ich mich später ganz artig für ein BWL-Studium entschieden habe.
procontra: Du hast internationales Marketing/Adminstration studiert. War ein solches Studium für deinen jetztigen Beruf nicht Verschwendung?
Engelhardt: Nein, überhaupt nicht! Mein Beruf macht irrsinnig viel Spaß. Ich bin zwar kein Produkt, aber ich muss mich doch schon irgendwie vermarkten. Da hilft mir mein Studium. Außerdem war ich ein Jahr in England und konnte mein Englisch verbessern. Das war definitiv nicht umsonst.
procontra: Du bezeichnest dich selbst als Nomadin. Noch nie Gedanken über Sesshaftigkeit gemacht?
Engelhardt: Sesshaftigkeit? Was ist das? Nein, im Ernst. Ich bin gerade das 20. Mal umgezogen. Ich habe diese Wurzelbildung in meiner Kindheit nicht mitbekommen. Ich bin mit 2 oder 3 Jahren nach Taiwan, ich war auf Hawaii und in Miami. Von Asien sind wir nach Norwegen. Von Norwegen nach Deutschland und von Deutschland nach England. Dann Hamburg, Frankfurt und München. Ich habe wahnsinnig viel vom Leben spüren, riechen, schmecken, anfassen können. Einzig mein Teddy begleitet mich von Anfang an, und fünf Jahre später kam meine Schwester dazu, zu der ich ein sehr inniges Verhältnis habe.
procontra: Thema Playboyauftritt im Oktober 2005.
Engelhardt: Playboy? Hab ich gemacht? Spaß beiseite: Es war fantastisch. Der richtige Zeitpunkt für mich. Genau die richtigen Motive. Ich bereue absolut nichts. Meine Familie war stolz auf mich und meine Schwester hat sogar an der Uni einen Vortrag über den Playboy gehalten. Das war schon goldig.
procontra: Hat das deiner Karriere geschadet oder genutzt?
Engelhardt: Genutzt, vielleicht nur insofern, als es den Bekanntheitsgrad steigert, wenn du einen Monat auf dem Cover bist. Ich bin allerdings auch sehr froh darüber, dass keiner versucht hat, mich in so eine Playmate- Schublade zu stecken. Ich wurde ernst genommen, und ich glaube nicht, dass ich durch das Shooting im Job Vorteile hatte.
procontra: Haben eigentlich die Anfragen und Fanpost von Männern nach diesem Auftritt merklich zugenommen?
Engelhardt: Ja, ich bekomme heute noch Fanpost von Männern, aber auch von Frauen, die den Playboy unterschrieben haben wollen. Das finde ich toll. Frauen schreiben ja, weil sie jemanden sympathisch finden und nicht weil man Körbchengröße C hat.
procontra: Hast du C?
Engelhardt: (schmunzelt). Anscheinend.
procontra: Apropos Männer. Was sind deine „No Go-Kriterien“?
Engelhardt: Mich nervt, wenn ein Mann nicht weiß, wo er privat und beruflich hin will. Männer sollten Selbstbewusstsein haben.
procontra: Und wie sollte er sonst noch sein der Mann an deiner Seite?
Engelhardt: Er muss mir die Kuh aus dem Fluss holen.
procontra: Kommen Hunde also leichter in dein Bett als Männer?
Engelhardt: Ja, besonders ein Hund, mein Dogge-Labrador-Mix namens Leonard. Den habe ich als Welpen auf einem Rastplatz auf der A7, Nähe Göttingen, aufgelesen.
procontra:
Red Nose Day, CO2NTRA, Botschafterin für den Verein Kinderlachen e. V., Deutsche Energiespartage. Du machst viel. Was reizt dich an solchen Aufgaben?
Engelhardt: Bei der Aktion Deutsche Energiespartage beispielsweise möchte ich den Menschen eigentlich zeigen, wie man Energie und damit auch Geld sparen kann. Der Kühlschrank sollte dem Haushalt angepasst sein. Es sollten Schnellkochtöpfe anstelle dieser alten Töpfe benutzt werden. Fenster nicht den ganzen Tag auf Kipp stellen, sondern lieber einmal richtig durchlüften usw. Ich möchte Menschen kein bestimmtes Verhalten aufzwängen, aber zeigen, wie man etwas für die Umwelt tun kann, indem man mit dem Energiesparen bei sich selbst anfängt – und das ganz einfach.

pixelstats trackingpixel



 Was meinen Sie?