Der Sonne hinterher

 

Solarfonds haben zwar den Klassiker Windkraft verdrängt, doch der große Boom bleibt noch aus. Innovative Konzepte könnten dem Geschäft vielleicht Anschub verleihen.

Der schleppende Absatz von Solarfonds hat mehrere Ursachen, eine liegt in der Anlagengröße begründet: „Im Gegensatz zu einer Windkraftanlage können einzelne Investoren auf kleineren Dachflächen ihre eigene Photovoltaikanlage betreiben. Ein geschlossener Fonds ist bei diesen kleinen Projektgrößen nicht sinnvoll bzw. nötig“, erklärt Daniel Kellermann, Inhaber des unabhängigen Informationsportals greenvalue. Das Münchener Emissionshaus DCM AG bringt nun ein neues Konzept auf dem Markt. Sie hat sich mit ihrem DCM Solar Fonds 1 für ca. 40 Solargroßflächen von durchschnittlich 20.000 m² auf Dächern der Logistikzentren der Unternehmensgruppen Aldi Nord und Nord Süd für die Sonnenenergie in Deutschland und Spanien entschieden. Die Argumente sind vielfältig: „Die Branche wächst mit jährlichen Raten von 25-30 Prozent“, sagt Alexandra Wiedmann, Managing Director Sales bei DCM AG. Zudem ist Solarenergie ein Beitrag zum Klimaschutz, da die Energiegewinnung emissionsfrei erfolgt. Der Fonds investiert in Photovoltaik-Anlagen auf insgesamt ca. 40 Dächern von Gewerbeimmobilien in Deutschland und Spanien. Das vorgesehene Eigenkapital beträgt 47 Millionen Euro, ca. 65 Prozent des Investitionsvolumen geht nach Deutschland, der Rest nach Spanien. Der Fonds ist teilweise ein Blind Pool-Konzept, denn einige Standorte in Spanien stehen noch nicht fest. „Die meisten Standorte sind jedoch bereits benannt, für zu suchende Standorte gibt es feste Investitionskriterien – das ist positiv“, sagt Kellermann. Das Innovative des DCMFonds ist die Investition in mehrere Anlagen und Standorte. Er investiert in Parks, die bereits fertig gestellt sind, sowie weitere, die gesichert wurden oder in der Planungs- bzw. Errichtungsphase sind. Die Parks werden jeweils erst nach ihrer Inbetriebnahme vom Fonds übernommen, der mit einem weit reichenden Leistungspaket und wichtigen Garantien ausgestattet ist. Für DCM machen die Abschaffung der Verlustzuweisung und die mageren Renditen bei Solarfreilandanlagen in Deutschland dem Absatz zu schaffen. Die DCM AG ermittelt hingegen für ihren Fonds, der auf die um ca. 20- 25 Prozent höher geförderten Dachflächen setzt, eine Rendite von ca. 8,5 Prozent vor Steuern und ca. 6,5 Prozent nach Steuern, „was durchaus attraktiv ist“, bemerkt Alexandra Wiedmann. Auch Daniel Kellermann hält den DCM-Fonds für „ein innovatives Projekt, was mit guter Rendite und Projektstandorten in Spanien ein Zeichen setzt.“ Die Fondskonzeption könnte sicherlich Nachahmer in der Branche finden. Doch ein Problem bleibt: Renditen um die 6 Prozent sind für viele Investoren sicherlich zu wenig. Da höhere Erlöse derzeit nicht zu realisieren sind und auch keine höheren Vergütungssätze in Sicht sind, bleibt nur das Drehen an der Kostenschraube. Die Anlagenhersteller müssen kostengünstigere Angebote vorlegen, um das Umsatzvolumen von Solarfonds zu steigern.

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